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Vorreiter sein: Kassels Uni-Präsident will neuen Fachbereich Nachhaltigkeit gründen
 

17 Professuren sollen ausgeschrieben werden

Die Gründung eines neuen Fachbereichs für nachhaltige Entwicklung ist derzeit an der Universität Kassel im Gespräch. Der Uni-Präsident möchte dafür 17 Professuren ausschreiben.

  • Gründung eines Fachbereiches für Nachhaltigkeit an der Universität Kassel?
  • 17 neue Professuren für das Vorhaben
  • Ausbau einer Vorreiterstellung in Sachen Nachhaltigkeit


Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey hat den Vorschlag gemacht, mit einer neuen Fakultät oder einem wissenschaftlichen Zentrum den Nachhaltigkeits-Schwerpunkt der Hochschule deutlich auszubauen. 17 neue Professuren sollen für das Vorhaben eingerichtet werden.

„Es ist kein reines Umweltzentrum, das entstehen soll“, betont der Uni-Präsident. Denn jede Professur soll sich einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen widmen.
17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen = 17 Professuren

Diese reichen von der Bekämpfung der Armut und des Hungers über Bildung und soziale Ungleichheit bis zu Klima- und Umweltschutz sowie Konsumfragen.

Die Besonderheit des neuen Forschungsschwerpunkts solle sein, dass er das Thema Nachhaltigkeit umfassend betrachte und die komplexen Rückwirkungen der verschiedenen Themenbereiche aufeinander untersuche.
Kassel als Zentrum eines globalen Themas

Wegen der globalen Bedeutung des Themas soll die Einrichtung englischsprachig arbeiten. Auch Studiengänge in nachhaltiger Entwicklung sollen nach Vorstellung Finkeldeys angeboten werden.

„Sollte sich auch nur ein Prozent der jungen Menschen, die momentan für mehr Klimaschutz demonstrieren, dafür interessieren, ist mir um die Nachfrage nicht bang.“

Auch ausländische Studierende könnte man mit dem Angebot nach Kassel locken, ist Finkeldey überzeugt. Zudem könne die Universität ihre Sichtbarkeit national und international mit dem Vorhaben erhöhen.
Universität Kassel: Vorreiterstellung in Sachen Nachhaltigkeit?

„Wir wären damit Vorreiter einer Entwicklung, die nach meiner Einschätzung ohnehin kommen wird“, sagt Finkeldey.

Möglich wird das Vorhaben durch eine Vielzahl neuer Professuren, die die Universität in den nächsten Jahren von Bund und Land erhält (siehe Hintergrund).

In den kommenden Monaten sollen die Pläne von verschiedenen Arbeitsgruppen ausgearbeitet und hochschulintern diskutiert werden. Spätestens im Sommer soll eine Entscheidung fallen, ob der Nachhaltigkeits-Fachbereich tatsächlich umgesetzt wird.
Die Universität Kassel und der Klimawandel

Klimastreik an der Uni Kassel: Eine Woche mit 90 Veranstaltungen zum Klimawandel - Ein Streik sorgt in der Regel für Stillstand. Ganz anders ist das beim Klimastreik an der Universität Kassel.

Schon 2018 leitete ein Professor der Universität Kassel ein weltweites Uno-Projekt. Hintergrund: Regierungen und Regionen sollen gegen die Umweltprobleme wie Klimaveränderungen und den Verlust der Artenvielfalt aktiv werden.

 

HNA, 23.12.2019, von Katja Rudolph