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Von Kassel in die ganze Welt
 

Das Güterverkehrszentrum ist der größte Container-Umschlagplatz in Nordhessen

Die Grundlage der höchst erfolgreichen Arbeit des Güterverkehrszentrums (GVZ) im Industriepark Kassel ist die Lage: Von der Mitte aus sind alle Orte in Deutschland über Nacht erreichbar. Für Logistiker gibt es kaum einen besseren Standort - noch dazu direkt an den Autobahnen 7 und 44 gelegen und mit einem Umschlagbahnhof ausgestattet für den kombinierten Güterverkehr per Lastwagen und Eisenbahn.

 

Kein Wunder also, dass das GVZ aus allen Nähten platzt und so schnell wie möglich ausgebaut werden soll. Der Umschlagbahnhof ist 13 Jahre nach Inbetriebnahme an seiner Kapazitätsgrenze.

 

Jährlich werden dort mehr als 50 000 Standard-Container vom Lkw auf die Schiene und umgekehrt verladen. An der Lise-Meitner-Straße stehen Lastwagen regelmäßig in der Warteschlange. Deshalb sollen elf weitere Stellplätze die Situation vor dem Terminal verbessern. Derzeit stehen nur zwei Lkw-Umladeplätze zur Verfügung. Außerdem gibt es Überlegungen, einen weiteren Portalkran auf dem Gelände zu bauen. Der würde aber bis zu sechs Millionen Euro kosten. Da muss genau geprüft werden, ob die Kosten auch im Verhältnis zum Zuwachs beim Güterumschlag stehen. Denn Geld ist knapp bei den Akteuren der größten interkommunalen Zusammenarbeit in der Region. Alle Mitglieder des Zweckverbands Raum Kassel - neben Stadt und Landkreis Kassel zehn weitere Städte und Gemeinden rund um Kassel - sind mit von der Partie beim GVZ.

 

Etwa 13 voll beladene Containerzüge starten pro Woche vom GVZ. Acht davon fahren in Richtung Küste. Dort werden Container auf Frachtschiffe verladen und weiter nach Übersee verschifft. Fünf Züge aus Kassel rollen über den Brenner nach Südeuropa.

 

"Wir müssen mit weiterem Wachstum rechnen", sagt Kai Lorenz Wittrock, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Raum Kassel. Kassels neuer Gewerbepark Langes Feld werde viele Unternehmen anlocken. Die Ansiedlung weiterer Firmen wird automatisch den Warenstrom verstärken, ahnt Wittrock. Deshalb müssten im GVZ weitere Kapazitäten geschaffen werden. Denn das GVZ sei die richtige und wirtschaftlich nötige Infrastruktur, "mit deren Hilfe wir Waren Made in Kassel und Nordhessen in die Welt liefern können."

 

Von Jörg Steinbach, HNA vom 23.11.2017