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Mercedes-Benz-Achsenwerk hat den Zuschlag für viele neue Produkte erhalten
 

Standort für Zukunft gerüstet

Das Nutzfahrzeugachsen- Werk von Mercedes-Benz in Kassel erfreut sich weiterhin voller Auftragsbücher. „Ich bin sehr zufrieden“, fasste Werkleiter Ludwig Pauss die Lage am gestrigen Montag zusammen. Auch für die überschaubare Zukunft ist Pauss äußerst optimistisch. Für alle wesentlichen Nachfolgeprodukte habe Kassel den Zuschlag erhalten. Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel sagte, dass er sich nicht an eine so lang anhaltende, gute Fahrzeugkonjunktur erinnern könne und begrüßte die Übernahme von Leiharbeitern sowie die Erhöhung der Zahl der neuen Ausbildungsstellen um zwei auf jetzt 50. Die zwei zusätzlichen Lehrstellen wurden bewusst mit Flüchtlingen besetzt, die zuvor ein sogenanntes Brückenpraktikum bei Daimler absolviert hatten. 


Gleichwohl gilt auch im Achsenwerk: Stillstand ist Rückschritt. Im Zuge eines Effizienzprogramms wird der Standort derzeit organisatorisch umgebaut. Am Ende steht eine Straffung der Verwaltung – auch durch Verlagerungvon Tätigkeiten an andere  Standorte. Somit fallen in Kassel einige Stellen weg. Wie viele genau, wollen Werkleitung und Betriebsrat nicht sagen. In jedem Fall würden sie sozialverträglich abgebaut, etwa durch attraktive Abfindungszahlungen auf Freiwilligkeitsbasis. „Die Gespräche darüber sind fair und korrekt“, sagte Seidel. Und Pauss betonte, dass die Straffung die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts dauerhaft verbessere. Um die hohe Dauerbelastung in der Produktion zu mindern, wird ständig über neue Schichtmodelle nachgedacht. So gibt es eine Gruppe, die nur an Wochenenden, also freitags, samstags und sonntags, arbeitet – freiwillig versteht sich. In einem anderen Modell werden zur Entlastung der Stammbelegschaft an den Wochenenden qualifizierte Studenten eingesetzt. 

 

von José Pinto, HNA, 19.09.2017