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Infrastrukturprojekt: GVZ Kassel nach 30 Jahren komplett
 

Kassel als Knotenpunkt für den Güterverkehr? Dieses Ziel wurde konsequent verfolgt und nun ist das GVZ Kassel als Logistikstandort komplett.

Am Anfang stand bundesweit lediglich die Idee, Knotenpunkte im Güterverkehr für die Verknüpfung von Schiene und Straße zu schaffen. Das war Anfang der 1990er-Jahre, direkt nach der Wende. Warum sollte man solch einen Knotenpunkt nicht direkt bei Kassel schaffen? So ließe sich doch aus einer Stadt im ehemaligen Zonenrandgebiet ein wichtiger Logistikstandort für Deutschland machen.

Die Lage stimmte, die Gleisanbindung passte auch und auch die wichtigen Autobahnen A7 und A44 waren direkt vor der Haustür. Es fehlte nur ein Umschlagplatz, um Schiene und Straße zusammenzuführen. Und der fand sich auf 85 Hektar Fläche genau zwischen Kassel, Lohfelden und Fuldabrück.

Alles, was danach kam, firmiert bis heute als „Güterverkehrszentrum“, kurz GVZ. Die Erfolgsgeschichte dieses Infrastrukturprojektes kann sich sehen lassen. Nicht nur, dass nach gut 30 Jahren sämtliche zur Verfügung stehende Bauplätze an Logistiker, Paketdienste, Speditionen und andere Unternehmen verkauft sind. Der Käufer der letzten Fläche ist die Firma Party Rent, die nun an der Rudolf Diesel-Straße eine 7400 Quadratmeter große Logistikhalle bauen wird.


Interkommunales Projekt: GVZ Kassel


Das GVZ wurde auch von Anfang an als interkommunales Projekt geplant. Was seinerzeit noch keine Selbstverständlichkeit war, zahlt sich nun für alle beteiligten Kommunen aus. So wurden 2019 durch Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und Grund- sowie Gewerbesteuer erstmals 800.000 Euro anteilig an die Mitgliedskommunen ausgezahlt.

Rund 1.200 Menschen aus Kassel und der Region arbeiten heute im GVZ. Die Strahlkraft des Umschlagplatzes zeigt seine Wirkung – vor allem seit 2004 der große Container-Umschlagsbahnhof des GVZ in Betrieb ist. Inzwischen finden hier über 50.000 Containerumschläge pro Jahr vom Lkw auf die Schiene statt. Schon zwei Jahre zuvor war was global agierende Logistik-Immobilienunternehmen Gazeley auf den Plan getreten, mit dem Ziel einen Magna-Park mit insgesamt sieben Hallen aufzubauen (insgesamt 232.000 überdachte Quadratmeter). Längst sind alle Hallen errichtet und vermietet.

2007 kam schließlich noch der Lohfeldener Rüssel hinzu. Mit diesem direkten Autobahnanschluss sollte nicht nur die Verbindung zum GVZ verbessert, sondern auch die Belastung durch zusätzlichen neuen Schwerverkehr in Lohfelden, Kassel-Waldau und Fuldabrück minimiert werden.


„Unter dem Strich ist das GVZ ein Riesenerfolg“

Überhaupt hatte das Güterverkehrszentrum eine geradezu stimulierende Wirkung auf die Nachbarschaft. So wurden in den vergangenen Jahren nicht nur länger brachliegende Grundstücke im Industriepark Waldau bebaut (A&E, Hempelmann, MAN). Auch entstand im Zuge der neuen Autobahnanbindung das neue interkommunale Gewerbegebiet Lohfeldener Rüssel.

„Unter dem Strich ist das GVZ ein Riesenerfolg“, sagen heute die Planer des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK). So wurde das GVZ federführend vom ZRK entwickelt und realisiert. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf „interkommunal“. „Tatsächlich kann die kommunale Kooperation zum GVZ heute als Erfolgs- und sogar Zukunftsmodell für die weitere gewerbliche Entwicklung angesehen werden“, sagt ZRK-Planer Michael Heß heute.

Und in der Tat: Das GVZ hat auch die künftige Marschrichtung in der Planungsarbeit des ZRK beeinflusst. So werden alle weiteren Gewerbegebietsentwicklungen rund um Kassel (wie der Sandershäuser Berg) künftig nur noch als interkommunale Projekte gedacht – natürlich, um einen maximalen Interessenausgleich zwischen den Kommunen zu erzielen.


Kleine Chronik des GVZ Kassel

1990 bis 1993: Standortsuche, Vorbereitung der Realisierung.

1994: Briefzentrum der Deutschen Post AG als erste Ansiedlung.

1995: Gründung der GVZ-Entwicklungsgesellschaft.

2000: Gründung der GVZ-Projektgesellschaft.

seit 2002: Einstieg des globalen Logistikimmobilienentwicklers Gazeley.

2004: Eröffnung des Container-Umschlagsbahnhofs am Stammgleis Kassel.

2007: Fertigstellung des Autobahnanschlusses Lohfeldener Rüssel.

2013 bis 2015: Realisation einer 10 Hektar großen Erweiterungsfläche für zwei weitere Gazeley-Hallen.

2018 bis 2020: Verkauf und Bebauung der letzten Gewerbefläche.