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Hübner beliefert jetzt Airbus
 

Kasseler Firma stellt Verkleidungsteile für Flugzeuge her

Der Kasseler Bahntechnik- Hersteller Hübner hat sich einen weiteren prestigeträchtigen Auftrag gesichert. Wie das Unternehmen mitteilte, liefert es ab sofort Verkleidungsteile für den Interieurbereich der neuen Flugzeugfamilie A350 des europäischen Flugzeugbauers Airbus.

„Aerospace ist einer der Zielmärkte, auf die wir uns neben dem öffentlichen Mobilitätssektor, in dem wir bereits eine starke Stellung haben, mit unserem Geschäftsbereich Material Solutions zukünftig stärker konzentrieren wollen“, erklärt der zuständige Hübner-Geschäftsführer Ingolf Cedra. Bislang liefert der Geschäftsbereich Material Solutions im Segment Aerospace dem Unternehmen zufolge vor allem Dichtungen für Helikoptertüren und -fenster sowie Elasto-merbauteile für Flugzeugtüren.

Der neue Auftrag wird über das französische Tochterunternehmen Heurteaux mit Sitz in Maule im Großraum Paris abgewickelt, das seit sechs Jahren zur Hübner-Gruppe gehört. Heurteaux wird Silikonprodukte für Anforderungen im Flugzeuginnenraum an den Airbus-Lieferanten Diehl Aviation liefern. „Die Produkte sind in einem langwierigen Testverfahren entstanden, um die hochwertige Luft- und Raumfahrtnormen zu erfüllen“, erläutert Tim Konze, Key Account Manager der Hübner Material Solutions.

„Wir mussten die hohen physikalischen und chemischen Anforderungen, die generell an Flugzeugkomponenten gestellt werden, mit den Anforderungen der Brandfestigkeit von Interieur-Bauteilen kombinieren. Dabei die korrekte Farbgebung und Oberflächenbeschaffenheit zu treffen, ist sehr Anspruchsvoll.“

Hübner ist bereits seit über 40 Jahren im Bereich Flughafentechnik aktiv. Das Unternehmen beliefert vor allem weltweit Flughäfen mit Faltenvordächern für Fluggastbrücken, dem Verbindungsstück zwischen der Brücke und dem Flugzeug. So wurden unter anderem die beiden größten deutschen Flughäfen in Frankfurt und München mit den Faltenvordächern ausgestattet.

Das Kasseler Familienunternehmen wächst stetig. Anfang Februar hatte Hübner den bayerischen Bahnelektroanbieter Gersys mit 50 Mitarbeitern übernommen und damit seine Produktpalette um Instrumente für die Fahrzeugstände von Schienenfahrzeugen erweitert.

Im April kaufte das Unternehmen die Gummi-Welz GmbH & Co. KG mit Hauptsitz im bayerischen Neu-Ulm. Mit der größten Übernahme in seiner mehr als 70-jährigen Firmengeschichte will der Weltmarktführer im Bereich Übergangssysteme für Busse und Schienenfahrzeuge europaweit eine führende Rolle im Bereich Türdicht und Sicherheitssysteme für den gesamten öffentlichen Mobilitätsbereich einnehmen.

Das 1946 gegründete Unternehmen beschäftigt heute weltweit mehr als 3300 Mitarbeiter, davon 1100 in Kassel. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen 350 Millionen Euro.

HNA, 19.06.2019, von Nicole Schippers