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Digitalisierung im Handwerk soll vorankommen
 

Das Handwerk in Nord-, Ost- und Mittelhessen geht voll Zuversicht ins neue Jahr.

„Auch wenn nicht alle Branchen gleichermaßen von dem anhaltenden Hoch im Handwerk profitierten, verlief die Konjunktur 2017 für viele Betriebe im siebten Jahr in Folge bemerkenswert gut“, teilte Heinrich Gringel anlässlich der 133. Vollversammlung mit. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut ge-füllt, die Auslastung ist ausgesprochen hoch. „Nachdem es mit der Wirtschaftsentwicklung bereits im ersten Halbjahr 2017 bergauf ging, hat sich dieser Trend auch in der zweiten Jahreshälfte weiter fortgesetzt.“ Entsprechend positiv seien die Erwartungen der Betriebe an die Zukunft.

„Im Ergebnis halten wir ein Umsatzplus in diesem Jahr von drei Prozent durch-aus für möglich. Das wäre ein Anstieg von 262 Millionen Euro auf dann insgesamt 9 Milliarden Umsatz im Kammerbezirk. Die Prognose der Beschäftigung ist und bleibt schwierig, da viele Betriebe mit dem größer werdenden Facharbeitermangel konfrontiert sind“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Kassel. Allerdings merkte er weiter an, dass viele Betriebe an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiteten und kaum Fachkräfte fänden. „Darüber hinaus tätigen unsere Betriebe überraschend wenige Erweiterungsinvestitionen. Angesichts der guten Wirtschaftslage hätten wir anderes erwartet. Darin liegen deutliche Risiken, die dem Handwerk bald schaden könnten.“

Neben der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung, so Gringel, hänge die künftige Wirtschaftsentwicklung der Handwerksunternehmen aber davon ab, dass ihnen der Sprung in das digitale Zeitalter, sprich die Einführung der digitalen Technologien in ihren Betriebsalltag gelinge. „Diese Entwicklung greift schon heute weitreichend in die Betriebs- und Arbeitsabläufe ein, die für eine Optimierung immer stärker digitalisiert und vernetzt werden. Das gilt für die Backstube des Bäckers, die Werkstatt von beispielsweise Tischlern oder Metallbauern, aber auch für Baubetriebe und ihre Baustellen.“
Die Möglichkeiten, die die Digitalisierung biete, seien sowohl Chance als auch Herausforderung für die Betriebe. „Mit durchschnittlich unter sechs Beschäftigten stoßen aber viele unserer Betriebe angesichts der Komplexität des Themas an ihre Grenzen“, erläuterte der Kammerpräsident. „Dabei ist die Bereitschaft, auf digitale Technologien zu setzen, im Handwerk groß. Umso wichtiger ist es, gut beraten zu werden.“ Deshalb werde die Kammer ihre Betriebe so bald wie möglich mit einem entsprechenden Beratungsangebot unterstützen. „Die Förderzusage des Landes liegt vor und die Stellenausschreibung für einen Be-triebsberater ist auf den Weg gebracht.“

Dass das Thema Digitalisierung nicht nur die Betriebe, sondern auch die Handwerkskammer selbst betrifft, darauf wies Hauptgeschäftsführer Jürgen Müller hin: „Wir wollen eine moderne, leistungsstarke, und dienstleistungsorientierte Kammer sein. Hierfür werden wir in der Kammer unsere Prozesse weiter optimieren und wo sinnvoll in den nächsten Jahren auch digitalisieren. Für die Betriebe bieten wir bewährte Dienstleistungs- und Beratungsangebote, passen diese aber regelmäßig an.“

So werde auch im kommenden Jahr die Betriebsnachfolge, sowie die betriebs-wirtschaftliche Beratung ein Schwerpunkt der Kammerarbeit sein. Den kleinen und mittleren Handwerksunternehmen biete die Kammer auch künftig Unterstützung bei der passgenauen Besetzung ihrer Ausbildungsplätze direkt in den Betrieben an. Weiter laufe die Erweiterung der Zielgruppen zur Nachwuchssi-cherung auf Studienaussteiger recht hoffnungsvoll. „Hier bieten wir Einzelberatung an und führen Studienaussteiger mit Unternehmen durch ein Speed-Dating zusammen.“

Weiter werte die Kammer die Attraktivität der dualen Berufsausbildung auf und ermögliche mit der Mobilitätsberatung einen Auslandsaufenthalt innerhalb der Berufsausbildung. „Solche Angebote kommen bei Jugendlichen sehr gut an und können ein Argument bei der Wahl für einen bestimmten Ausbildungsberuf sein“, erläuterte Müller. Auch die Unterstützung der Betriebe bei der Vermittlung von Flüchtlingen werde personell ausgebaut. „Wir tun all dies vor dem Hintergrund, dass immer noch zu viele Lehrstellen im Handwerk unbesetzt bleiben. Da werden wir alle in den nächsten Jahren nicht nachlassen dürfen.“

Zur Finanzierung der Kammerarbeit berichtete Hauptgeschäftsführer Jürgen Müller, dass sich der Haushaltsplan für die Kammer und die Werkakademie für Gestaltung Hessen 2018 auf 10 Millionen Euro beläuft. „Der Haushalt ist auch im kommenden Jahr solide finanziert und folgt den Prinzipien der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit“, erläuterte er. Das Handwerkerparlament verabschiedete den Haushaltsplan ebenso wie den Beitrag, der wie seit über zehn Jahren unverändert bleibt, einstimmig.

 

Presseinformation Handwerkskammer Kassel

 

Barbara Scholz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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